„Bodentiefe Fenster“ von Anke Stelling

 

 

Bodentiefe Fenster

 

Anke Stelling: Bodentiefe Fenster

Roman, Verbrecher Verlag, 2015, Hardcover, 256 Seiten, Preis: 19,00 €, ISBN: 9783957320810

 

Longlist Deutscher Buchpreis 2015 / Hotlist 2015 / Melusine-Huss-Preis 2015 *

 

Von den 68er-Müttern im Aufbruch hat eine Töchtergeneration den Auftrag erhalten, die Welt zu verbessern – das Waldsterben und die Aufrüstung zu stoppen, ein Zimmer für sich allein zu haben, gemeinsam stark zu sein –, und diesen Auftrag kann Sandra nicht vergessen.

Mit vierzig Jahren und als Mutter zweier Kinder ist aus ihr eine Art Kassandra vom Prenzlauer Berg geworden. Sie sieht, dass die Ideale der Elterngeneration im Alltag verloren gehen, auf dem Spielplatz versanden, im Plenum der Hausgemeinschaft ad absurdum werden. Alles auszusprechen, ist offenbar keine Lösung, weggehen kann sie jedoch auch nicht, außerdem genießt sie ihre Privilegien. Sie feiert die Kindergeburtstage wie früher, wie Pippi Langstrumpf, doch der Kern der Utopie ist nicht mehr da. Und die bodentiefen Fenster machen den Alltag allzu durchsichtig.

Am Ende von Anke Stellings Roman, der in schöner Sprache Bitterböses erzählt, geht es ins Müttergenesungswerk: »Damit Mama wieder lacht.« Bodentiefe Fenster – bodenlose Gegenwart.

 

* Anke Stelling wurde mit „Bodentiefe Fenster“ für den Deutschen Buchpreis nominiert! Für die Longlist des Deutschen Buchpreises hat die Jury 20 KandidatInnen für den „besten deutschsprachigen Roman des Jahres“ 2015 ausgewählt. Zudem steht der Roman auf der Hotlist 2015 und hat den Melusine-Huss-Preis gewonnen! Der Preis wird seit 2011 von Buchhändlerinnen und Buchhändler an einen Verlag auf der Hotlist, der Bestenliste der unabhängigen Verlage, vergeben. 

 

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman »Gisela« und die Erzählung »Glückliche Fügung« verfilmt. Weitere Veröffentlichungen: »Nimm mich mit« (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), »Glückliche Fügung« (2004) und »Horchen« (2010).

 

Pressestimmen (Auswahl):

„Dank des unerbittlichen Blicks und trockenen Humors der Autorin hält der Roman wunderbar die Balance zwischen Erschrecken und Vergnügen. Gegenwartsliteratur im buchstäblichen und besten Sinn.“

Katja Oskamp / MDR Figaro – Buch der Woche

 

„Wie sie diese launige Demontage des Lieblingsfeindes bruchlos in einen seriösen Kommentar zur Erschöpfungsgesellschaft überführt, ist nichts weniger als eine erzählerische Großtat.“

Moritz Scheper / ZEIT

 

„Anke Stelling ist mit ihrer Sandra, die alles so herrlich scharf sieht und böse auf den Punkt bringt und trotzdem völlig hilflos über sich ergehen lässt, so etwas wie der Prototyp einer Generation gelungen: ein schaurig schönes, bewundernswert durchkonzipiertes Bild der überbesorgten, überprivilegierten Mutter von Prenzlauer Berg, wie sie schon oft beschrieben wurde – nur dass sie bislang eher von außen beschrieben wurde und nicht von innen, so wie sie funktioniert und wie sich selbst sieht.“

Susanne Messmer / taz

 

„Das liest sich vor allem deswegen so faszinierend, weil es enorm klug und gut beobachtet ist. […] Trotzdem nimmt dieser Roman einen enorm mit, gerade wenn man die Verhältnisse aus eigener Anschauung kennt und wenn man sie so grandios böse auf den Punkt gebracht bekommt wie hier.“

Gesa Ufer / radio eins – rbb

 

„Das ist so hinreißend beschrieben, humorvoll, schon schmerzhaft ehrlich, dass ich behaupte: Wer Kinder hat, muss dieses Buch lesen!“

Jörg Petzold / FLUX.FM

 

„Was Bodentiefe Fenster zu einem herausragenden Buch macht, ist die Weise, wie hier eine Erzählstimme versucht, zu einem anderen Sprechen und damit einer neuen Form von Identität und Gemeinschaft zu gelangen.“

Lisa Forster / ZEIT Online

 

„… ein sehr lesenswerter Roman.“

Manuela Reichart / Gutenbergs Welt – WDR 3

 

„… [ein] erhellender Roman über die Sinnkrise einer Mutter im Prenzlauer Berg …“

Till Raether / Süddeutsche Zeitung Magazin

 

„Stelling gestaltet aus dieser Tragödie eine Tragikomödie, lässt ihre Figuren monologisch denken, erzählt mit schwarzhumoriger Beobachtungsgabe. […] Ein aktuelles, ein wichtiges Buch.“

Sophie Schneider / kreuzer – Das Leipzig Magazin

 

„Mit »Bodentiefe Fenster« dockt Anke Stelling an das Lebensgefühl der heutigen Mütter und deren Balanceakt zwischen dem Muttersein und Frausein an. Sie nähert sich diesem Thema mit einer charmanten Leichtigkeit und gnadenlosen Ehrlichkeit, sodass es Eltern sicher nicht schwer fällt, sich in Sandra hineinzuversetzen…“

Maxi Weber / Glanz & Elend. Literatur und Zeitkritik

 

„Wer bin ich, dass ich in dieses überaus witzige, ernsthafte, anklagende, gelungene Buch reinrede und glaube, es ergänzen zu können? Und andererseits: Wer sind wir, dass wir solche Gedanken nicht weiterspinnen, aushandeln, durchsetzen?“

Melanie Arns / Berliner Zeitung

 

„Die großartige Autorin Anke Stelling, von der man viel zu lange nichts gelesen hat, lässt die junge Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs erzählen – ironisch, genau und desillusioniert.“

Joachim Feldmann / Am Erker. Zeitschrift für Literatur

 

„Kein wahres Leben im Falschen: In süffisant-ironischem Ton nimmt Protagonistin Sandra die durch Heuchelei zersetzten Ideale eines linksliberalen Gemeinschaftshauses im Prenzlauer Berg auseinander.“

Philippa Schindler / Aviva Berlin – Onlinemagzin für Frauen

 

„In dieser Geschichte vom Scheitern werden die Fragen einer ganzen Generationen aufgeworfen: Was tun, wenn die Ideale von Gemeinschaft nicht funktionieren? Was, wenn die Kleinfamilie sich genauso eng anfühlt?“

Radio Fritz – rbb

 

„Und über allem schwebt der Alptraum, der eigenen Mutter immer ähnlicher zu werden. Stellings schonungslose Auseinandersetzung mit der Elterngeneration ist der eigentliche Gewinn des Buches, der es abhebt von anderen Supermütter-Lamenti.“

Anja Kümmel / Fixpoetry

 

„„Bodentiefe Fenster“ handelt nicht nur vom Muttersein und all den Gedanken, die man besser weder hat noch ausspricht. Es handelt von einem grundsätzlichen Klima in manchen Kreisen, dem sich die Mütter angepasst haben. Von dem unbedingten Wunsch, zwar vieles anders, aber alles richtig zu machen.“

Sophie Weigand / Literaturen. Blog für Literatur und Buchkultur