Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35

 

Roman von Henrik Tikkanen

aus dem Schwedischen übersetzt und mit einem Nachwort von Karl-Ludwig Wetzig, erschienen im September 2014 im Verbrecher Verlag

 

„Tikkanen ist ein Meister darin, auch die desillusionierendsten, düstersten und tragischsten Geschichten mit einem so hintergründigen und bitterbösen Witz zu erzählen, dass man ganz oft grinsen muss.“

Marion Brasch / radio eins (rbb)


 

Inhalt:

„Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35“ – ein Titel, der aus einer finnischen Adresse und einer Tele­fonnummer besteht, was sagt der schon? Brändö (finn. Kulosaari) ist eine kleine Insel im Stadtgebiet von Helsinki, die 1907 von reichen schwedischsprachigen Kaufmannsfamilien nach dem Vorbild englischer Gartenstädte als Villenvorort angelegt wurde, „für gebildete Schwe­disch sprechende Menschen aus gutem Haus und ohne finanzielle Sorgen”, wie es in Henrik Tikkanens Roman heißt.

„In echt finnlandschwedischem Geist hatte man sich in einer Festung eingeigelt und die zu­nehmend unappetitlichere Wirklichkeit ausgesperrt.“ Hier wächst der mit dem Autor identische Ich-Erzähler auf; Vater Architekt, Mutter Tochter eines Bonbonfabrikanten, Großvater Profes­sor für Kunstgeschichte. Der Roman erzählt „eine gruselige Geschichte über vorzeitigen Tod, Unheil, Unzucht und Schnaps“, wie bereits der erste Satz des Buches verspricht.
Henrik Tikkanen beweist dabei seine stilistische Prägnanz und seinen durch und durch grimmi­gen Witz. „Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35“ ist ein Klassiker der schwedischsprachigen Litera­tur Finnlands, eine schonungslose Abrechnung mit der Oberschicht Helsinkis – und mit dem eigenen Leben.

 

Henrik Tikkanen, 1924 in Helsinki geboren, war in den 70er- und frühen 80er-Jahren einer der bekanntesten Karikaturisten Nordeuropas. Zugleich war er einer der renommiertesten Autoren Finnlands, seine „Adressbücher-Trilogie“ – „Brändövägen 8 Brändö. Tel 35“ (1975) „Bävervägen 11 Hertonäs“ (1976) und „Mariegatan 26 Kronohagen“ (1977) – war ein großer Erfolg. 1963 heiratete er die bekannte Frauenrechtlerin Märta Tikkanen. Das Ehepaar breitete sein bürgerliches Privatleben in mehre­ren Büchern aus. Märta punktete durch Offenheit, Direktheit und berechtigte Anklagen gegen die patriarchalen Verhältnisse, Henrik bestach durch seine Fähigkeit, fast aus jedem Satz einen blitzenden Aphorismus zu machen. 1984 starb Henrik Tikkanen in Helsinki an Leukämie.

 

Karl-Ludwig Wetzig, geboren 1956, lehrte Skandinavistik an der Universität Göttingen und war sechs Jahre Lektor für deutsche Sprache und Literatur in Island, bevor er als Übersetzer von Literatur aus den nordischen Sprachen und als Autor nach Deutschland zurückkehrte. Er veröffentlichte den historischen Roman „Windzeit, Wolfszeit“ im Verbrecher Verlag und übersetzte u.a. „Vikivaki“ von Gunnar Gunnarsson.

Karl-Ludwig Wetzig stellt den Roman gerne vor!

 

Pressestimmen:

„… man sollte diesen Roman unbedingt lesen. Er ist einer der besten, die im Rahmen des finnischen Gastlandauftritts bei der Frankfurter Buchmesse ins Deutsche übertragen wurden. Weil er so böse, so sarkastisch, so illusionslos ist – und weil Ton und Stil Tikkanens und seines Erzählers, von Karl-Ludwig Wetzig blendend übersetzt, sofort einnehmen, treffen, weiterlesen lassen, auch in Unkenntnis der finnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.“

Juliane Oelsner / Tagesspiegel

 

„Er ist ein begnadeter Aphoristiker, jeder Satz ist wie ein Pfeil. […] Und so witzig seine Aphorismen sind, so bissig und so bitter sind sie auch, und fast schon militant ist sein Pazifismus gegen den Krieg.“

Peter Urban-Halle / Deutschlandradio Kultur – Sendung Studio 9

 

„Ein packendes Werk, das beinahe atemlos von Pointe zu Pointe jagt.“

Stefan Brams / Neue Westfälische

 

„Tikkanen, der auch als Karikaturist erfolgreich war, ist mit seinen wütenden Tiraden und aphoristischen Zuspitzungen eine unbedingt lohnende Entdeckung.“

Katharina Döbler / kulturradio rbb

 

„… [ein] Coming-of-Age Roman, dessen ätzender Sarkasmus die Lektüre für geographisch weit entfernte Nachgeborene, also etwa heutige deutsche Leser, zu einer sehr unterltsamen Angelegnehit macht.“

Katharina Granzin / BÜCHER  – Das unabhängige Literatur- & Hörbuch-Magazin

 

„Der Roman ist eine unverblümte bitterböse satirische Abrechnung mit dieser hierarchischen Elite – eine literarische Entdeckung.“

Annerose Kirchner / OTZ – Ostthüringer Zeitung

 

„Seine wunderbar pointiert formulierten Bücher tragen im Titel jene Adressen aus Helsinki, an denen sie spielen – so beginnt Brändovägen 8 Brändö in seinem Elternhaus auf der teuren Insel Brändö. […] Eine außergewöhnliche Lektüre, aber unbedingt empfehlenswert!“

Jörn Pinnow / literaturkurier

 

„… eine kurzweilige, bitterböse und sehr erhellende Lektüre.“

Fabian Thomas / The Daily Frown – Das Magazin für Musik Literatur Alltag