Das Alphabet des Rabbi Löw

 

Roman von Benjamin Stein

Erschienen im Verbrecher Verlag, hier zur Leseprobe

 

 

Ein junger Mann trifft in seinem Stammlokal in Berlin-Kreuzberg einen Unbekannten, der sich ihm als ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk für seine Frau aufdrängt: Jeden Dienstagabend wird er bei ihnen vorbeikommen und ihnen eine Geschichte in Fortsetzungen erzählen – Bezahlung: eine Flasche Wodka.

Mit seinen wundersamen Geschichten entführt Jacoby seine Zuhörer von Berlin nach Prag und Budapest und durch das gesamte 20. Jahrhundert. In ihnen geht es um himmlische Paläste und unterirdische Städte, um Engel und Propheten, es wird geliebt, gehasst, verflucht, gestorben und gemordet. Während die Männer noch nach Liebe oder Erkenntnis suchen, haben die Frauen bereits gewählt – und bleiben am Ende doch allein. Und im Hintergrund zieht der Hohe Rabbi Löw von Prag samt Golem die Strippen und führt Regie.

Benjamin Stein verknüpft geschickt die einzelnen Stränge der verzweigten Geschichte und führt den Leser ein in die Welt des Erzählens und der Buchstaben, auf denen die Welt beruht – bis Wirklichkeit und Erzählung nicht mehr zu unterscheiden sind.

Mit „Das Alphabet des Rabbi Löw“ legt Benjamin Stein eine Komplettüberarbeitung seines Debütromans vor. Die Sprache ist dichter geworden, die Handlung klarer – ein großartiges Leseerlebnis.

 

Hörproben daraus gibt es auf FLUX.FM, gelesen von Jörg Petzold. Er befand: „Dieses Buch ist so großartig erzählt – so humorvoll, so wundervoll verschachtelt und gewitzt – das ist wirklich einzigartig!“

Kurzrezension und Hörproben sind online unter: fluxfm.de/lesen-lesen-lassen-das-alphabet-des-rabbi-loew-von-benjamin-stein

 

Benjamin Stein, geboren 1970 in Ostberlin, lebt heute in München. Seit 1982 veröffentlichte er Lyrik und Kurzprosa in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Nach der Wende studierte er Judaistik und Hebraistik in Berlin. Seit 1998 arbeitet er freiberuflich als Berater im Bereich der Informationstechnologie. Von 2006 bis 2008 war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift spa_’tien‘. Er betreibt das literarische Weblog Turmsegler. Seine Lyrik und Prosa wurde mehrfach ausgezeichnet.

„Das Alphabet des Juda Liva“ war 1995 sein erster Roman, 2010 folgten „Die Leinwand“ und 2012 „Replay“. Im Verbrecher Verlag hat Benjamin Stein die Gedichte seiner Mentorin Charlotte Grasnick unter dem Titel „So nackt an dich gewendet“ (2010) herausgegeben.

 

Pressestimmen:

Von solchen Anstrengungen [der Auseinandersetzung mit der Kabbala] erzählt Benjamin Stein auf eine absolut unangestrengte Weise. Mit einer solchen Leichtigkeit, dass es schon etwas Begnadetes hat. […] Ja, man staunt, wie jüdische Mystik hier in einem selbst widerhallt, wie sie ihr verschlossenes, abgesondertes Dasein aufgibt, sich öffnet, sich verbindet mit anderen Überlieferungen.“

Irmtraud Gutschke / neues deutschland

 

„Steins Roman ist ein lesenswertes Werk, nicht nur für Leser mit einem Interesse für religiöse und fantastische Zusammenhänge. Das Buch bietet ein weit gefächertes Panorama der Themen, in das Kultur, Liebe, Rache, Religion sowie Sinn- und Identitätsfindung Einzug finden. Doch gewarnt sei der, welcher es einmal aus der Hand legt. Die Gefahr der Verbrennung ist groß, wenn den unaufmerksamen Leser die feurige Rache der Seraphen trifft.“

Stefan Müller / literaturkritik.de

 

„Dies alles ist minuziös durchkonstruiert und erhält die Spannung bis zum Finale aufrecht. Parodistisches Geschick verraten die abstrusen Episoden, in denen sich frech das Heilige und das Profane, hohe Mystik und banaler Alltag wie in einer Kippfigur verbinden. Mystik und Zeitgeschichte sind raffiniert arrangierter Erzählstoff, das eigentliche Thema aber ist das Erzählen selbst.“

Franz Adam / Münchner Feuilleton

 

„Als Leser tut man gut daran, sich von Benjamin Stein in die Welt der kabbalistischen Mystik entführen zu lassen und für die Dauer der Lektüre an die magische Gewalt der Buchstaben zu glauben.“

Jonas Engelmann / testcard. beiträge zur popgeschichte