Das seid ihr Hunde wert! Ein Erich-Mühsam-Lesebuch

 

Herausgegeben von Manja Präkels und Markus Liske, erschienen im Mai 2014 im Verbrecher Verlag

 

„Lest Mühsam!“ Burkhard Müller/ Süddeutsche Zeitung

 

Inhalt:

Es ist nicht möglich, Leben und Werk Erich Mühsams zu trennen. Er war Bohemien, Dichter, Anarchist, Humorist, politischer Publizist, Dramatiker, bisexueller Erotomane, Revolutionär, selbst in größter Not unbeirrbarer Menschenfreund und schließlich eines der ersten prominenten Opfer der Nazis. 1933 wurde er noch in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und 1934 nach monatelanger Folter im KZ Oranienburg ermordet.

Aufgabe dieses Lesebuchs soll es sein, Mühsams lebenslangen Kampf »für Gerechtigkeit und Kultur« mit Texten aus seinem reichhaltigen Werk nachzuerzählen, die bis heute nichts an ihrer politischen Aktualität verloren haben. Neben einigen Mühsam-Klassikern enthält diese Sammlung auch bislang unveröffentlichte Gedichte, Auszüge aus längeren Werken, ausgewählte Briefe und die Beschreibung seiner letzten Tage aus der Feder seiner Frau Zenzl.

 

Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als zentrale Figur der Schwabinger Boheme war er befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind, Lion Feuchtwanger, Fanny zu Reventlow und vielen anderen. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des Simplicissimus und der Jugend. Von 1911 bis 1919 gab Erich Mühsam in München die Zeitschrift Kain heraus. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde. 1933 wurde er verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet.

 

Manja Präkels und Markus Liske (Hrsg.) stellen das Lesebuch gerne vor.

Mit ihrer Band Der singende Tresen haben sie das Album “Mühsamblues” veröffentlicht, daher ist auch eine Lesung mit Musik möglich. Der Musiker Thorsten Müller (Baßklarinette, Akkordeon) würde sie begleiten, oder aber die ganze Band für eine Lesung mit Konzert!

 

Markus Liske und Manja Präkels leben als freischaffende Autoren in Berlin. Mit ihrer Band Der Singende Tresen veröffentlichen sie parallel zum Buch die CD »Mühsam Blues« mit neuen Vertonungen von Mühsam-Gedichten. Bereits 2001 riefen sie das Berliner Erich Mühsam Fest als Forum für emanzipatorische Kunst und Politik ins Leben und gründeten 2009 die Gedankenmanufaktur WORT & TON. 2011 erschien, unter Mitwirkung von Karsten Krampitz, die literarische Anthologie »Kaltland – Eine Sammlung« zu den Pogromen und Menschenjagden der Nachwendezeit.

 

Pressestimmen:

Der im Berliner Verbrecherverlag erschienene Band ist ein guter Einstieg für alle, die sich zum ersten Mal diesem Autor nähern. Doch selbst Mühsam-erfahrene Leser können hier Entdeckungen machen…

Stephan Göritz / Deutschlandfunk

Der Dichter und Theaterautor Mühsam wäre heute vielleicht vergessen. Doch „Das seid ihr Hunde wert“ versammelt Artikel, Briefe, Tagebuchnotizen und Gedichte in chronologischer Ordnung und schafft so das bewegende Portrait eines überzeugten Anarchisten, der zeitlebens bereit war, für seine politischen Überzeugungen mit Leib, Freiheit und notfalls auch mit dem Leben einzustehen.

Uli Hufen / WDR 3

Es gibt also nicht nur für den Mühsam-Neuling, sondern auch für den für den Mühsam-Kenner einiges zu entdecken. Die beiden Herausgeber haben nicht nach Genres unterteilt […], sondern sie haben eine Collage der verschiedenen literarischen Formen vorgenommen und erzählen mit Hilfe der Texte das aufregende, abenteuerliche, gefährliche Leben Erich Mühsams nach. Man könnte sagen: Das „Lesebuch“ ist eine politische und literarische Biografie Mühsams, erzählt vom Autor selbst.

Frank Dietschreit / kulturradio rbb

Will der Leser sich Mühsams literarischen und politischen Weg erschöpfend vorstellen, muss er das kürzlich erschienene Mühsam-Lesebuch „Das seid Ihr Hunde wert“ zur Hand nehmen – aus ihm ist vollkommen ersichtlich, wie sich Mühsams Gedichte mit der Zeit veränderten, wie er sich selbst begriff und wie er sich an die vergangenen Zeiten erinnerte (in seinen Unpolitischen Erinnerungen).

Oleg Jurjew / Fixpoetry

Das ist mitunter schwere Kost, etwas aus der Zeit gefallen, und ein herausragender Rhetoriker war Mühsam auch nicht. Doch da sind seine Gedichte und seine Beschreibungen der Münchner Bohème. Seine Spottlieder wie der „Gesang der Vegetarier“ und seine Gedanken über den Krieg. Das sind Texte, die es wiederzuentdecken wirklich lohnt. Denn hier schimmert eine Persönlichkeit durch, die den unbedingten Willen zur Anarchie mit Witz und Menschlichkeit zu verbinden weiß.

Jan Ehlert / NDR Kultur

Dennoch gelingt den beiden Herausgebern […] ihr Parforceritt durch die Vielfalt des Mühsam’schen Schaffens und Schreibens. Beginnend mit dem 1902 in der anarchistischen Zeitschrift „Der arme Teufel“ veröffentlichten Text unter dem für sich selbst sprechenden Titel „Nolo“ (Ich will nicht) eröffnen sie das Panorama eines Lebens von eigenartiger, beinahe unheimlicher Selbstkonsequenz und Bedingungslosigkeit.

Martin Ingenfeld / literaturkritik.de

Das Erich Mühsam-Lesebuch bietet in chronologischer Folge eine gelungene Mischung aus Gedichten und Kabarett-Texten, Zeitschriften-Aufsätzen und politischen Essays, Manifesten und Tagebuch-Aufzeichnungen.

Ronald Schneider / ekz. bibliotheksservice