Die Entdeckung Deutschlands. Science-Fiction als Propaganda

 

von Britta Lange

Erschienen im September 2014 im Verbrecher Verlag, hier zur Leseprobe

 

Im Ersten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich von drei Marsianern besucht. Das zumindest inszeniert ein heute vergessener Film aus dem Jahr 1916: „Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner“.

Dieser war nicht nur der erste offizielle Propagandafilm in der Kriegszeit für das Inland und das »neutrale Ausland«. Er ist zugleich ein sehr früher und bisher nicht kanonisierter Science-Fiction-Film: mit Nachrichtenabhörung auf dem Mars, Sprechschreiber und Weltraumflug, aber auch mit Einschüben, die an Märchen und Liebesfilme erinnern.

Das Buch geht dem Gewirr von Geschichten nach, das das Drehbuch des jüdischen Anwalts Richard Otto Frankfurter entfaltet. Fragmente aus den Archiven ergänzen den Band und bieten heute, fast einhundert Jahre später, einen Einblick in den Zusammenhang von Film und Propaganda.

 

»Die Entdeckung Deutschlands« erscheint im Rahmen der Filmliteratur-Reihe »Filit«. Sie wird von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen herausgegeben und entsteht in Zusammenarbeit der Deutschen Kinemathek mit dem Verbrecher Verlag.

 

Britta Lange (geb. 1973) hat Kunst- und Kulturwissenschaften in Köln und Berlin studiert. Zurzeit promoviert sie am Graduiertenkolleg „Codierung von Gewalt im medialen Wandel“ an der Humboldt-Universität zu Berlin über die kulturelle Vermarktung des deutschen Kolonialismus zwischen 1871 und 1943. Neben kulturwissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte sie Kurzgeschichten.

 

Pressestimmen:

„So wie sie dieses Buch betreibt, könnte Filmgeschichte ruhig öfter sein…“

Peter Körte / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

Obgleich nur das Fragment existiert, eine Art Zusammenfassung des Films, konnte Britta Lange das Werk inhaltlich erstaunlich gut rekonstruieren. […] Britta Langes Buch ist eine aufschlussreiche Reise in die Vergangenheit, stilsicher geschrieben und analysiert.

Bernd Sobolla / WDR 3 – Resonanzen

 

„Britta Langes schmales Buch informiert sachkundig, nachdenklich und umfassend über dieses Stück Kulturgeschichte…“

Hartmut Kasper / Deutschlandfunk – Büchermarkt

 

„Anfangs hätte ich es selbst nicht gedacht, aber dieses Buch macht wirklich Spaß. Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda von Britta Lange ist informativ, aufregend und sehr gut recherchiert.“

Marc Schaumburg / 35 Millimeter. Das Retro-Film-Magazin

 

„Als Leser glaubt man den verschollenen Film selbst sehen zu können. Das ist die große Leistung des knappen Büchleins.“

Florian Schmid / der Freitag

 

„Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner sollte Propaganda der Alliierten mit deutscher Propaganda bekämpfen, und bediente sich dazu eines imaginierten neutralen Beobachters. Aus diesem doppelbödigen Spiel hat Britta Lange eine genauestens recherchierte, gut lesbare und vor allem auch kulturgeschichtlich spannende Lektüre geschrieben.“

Tobias Sunderdiek / Neue Osnabrücker Zeitung

 

„Dafür aber – und das ist kaum weniger interessant – analysiert die Autorin den Streifen nicht nur als Propagandafilm, sondern auch als Film über Propaganda. Zudem hat Lange einige Recherchearbeit nicht zuletzt zur Entstehung des Films, seinen Machern und seinem Werdegang geleistet. So leistet sie mit dem schmalen Bändchen sowohl einen Beitrag zur Erforschung des frühen Science-Fiction-Films wie auch zur deutschen Filmpropaganda während des Ersten Weltkrieges.“

Rolf Löchel / literaturkritik.de