Erben der Erinnerung – Neuerscheinung zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

 

 

Soeben ist  “Erben der Erinnerung”  von Philip Meinhold erschienen.

Meinholds siebzigjährige Mutter äußerte überraschend den Wunsch, gemeinsam mit ihren Kindern und den Enkeln nach Auschwitz zu fahren. Es folgte eine Auseinandersetzung dreier Generationen mit dem Holocaust und ihrer Familienvergangenheit.

Dieses Buch ist eine sehr persönliche Erkundung der eigenen Familiengeschichte, des Umgangs mit der NS-Zeit – und der Frage, was Auschwitz mit jedem von uns zu tun hat.

Im Kulturmagazin Stilbruch des rbb gab es einen Beitrag dazu, hier nachzulesen und zu sehen.

 

Erste Pressestimmen:

„In jeder Zeile vermeidet dieses stille und präzise Buch jenen „Leerlauf der kreisrunden Phrasen“, den die Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger der deutschen Betroffenheitsrhetorik attestiert. Man sollte deshalb unbedingt lesen, was der 44-jährige Philip Meinhold hier derart unprätentiös aufgeschrieben hat.“

Marko Martin / Deutschlandradio Kultur Sendung Studio 9

 

„In seinem bemerkenswerten Text, der Familienrecherche und intellektuelle Reflektion miteinander verzahnt, lotet Meinhold aus, wie auch zukünftige Generationen Zugang zur unfassbaren Geschichte finden können, so dass der Opfern angemessen gedacht werden kann.“

WDR 3 / Mosaik – das Kulturmagazin – Philip Meinhold im Gespräch

 

„Es ist viel darüber gesprochen worden, wie die Erinnerung an den Holocaust weitergeführt werden sollte. Wie man vom „Erinnerungs-Imperativ“, den der Direktor der Gedenkstätten in Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, kritisierte, zu einer neuen, persönlichen Auseinandersetzung kommen kann, die auch die heutige Enkel- und Urenkelgeneration erreicht. Dass das funktionieren kann, dafür ist Philip Meinholds „Erben der Erinnerung“ ein beeindruckendes Beispiel.“

Jan Ehlert / NDR Kultur

 

„Sein Buch ist persönlich, im besten Sinn nüchtern und zugleich formbewusst. Und es ist am Ende weit mehr als eine vordergründige Erkundung und Recherche der eigenen Familiengeschichte, mehr als der Versuch einer Rekonstruktion der Lebenswege und Schicksale der nach Auschwitz deportierten Vorfahren. Es ist auch eine Reflexion über die Gründe für das Schweigen und das Sprechen von Opfern und Tätern und eine Erörterung über die Schwierigkeiten eines angemessenen Gedenkens in der Gegenwart.“

Thomas Blum / neues deutschland

 

„In der essayistischen Anlage des Textes gelingt es Meinhold vorgefundenes Material mit eigenen Schilderungen meisterlich zu verknüpfen. So hält Meinhold Erinnerungen wach, die er selbst schon vermittelt bekam. Das ist politisch notwendig einerseits, auf der anderen Seite ist es aber auch große Literatur.“

Jan Kuhlbrodt / FIXPOETRY

 

„Philip Meinhold stellt bei seiner Erkundung fest, dass sich einige seiner Verwandten selbst als Kinder der Täter sehen. Andere betrachten sich dagegen als Nachkommen der Opfer. Meinhold gibt intime Einblicke in seine Familie, geht liebevoll mit seinen Verwandten um, wahrt aber die Distanz und bleibt selbstkritisch.“

Eva Prase/ Freie Presse Chemnitz

 

Zu Autor und Buch:


Philip Meinholds siebzigjährige Mutter äußert überraschend den Wunsch, gemeinsam mit ihren drei Kindern und den älteren der Enkel nach Auschwitz zu fahren. Sie selbst galt nach den nationalsozialistischen Rassengesetzen als »Jüdischer Mischling zweiten Grades«, ihre Verwandten wurden deportiert, dennoch hatte Philip Meinhold sich selbst bis dato stets als Angehöriger des »Tätervolkes« verstanden.

Der Besuch von Auschwitz ist für ihn der Anlass, sich mit seinem eigenen Umgang mit dem Holocaust und der Familienvergangenheit auseinanderzusetzen – und er muss feststellen, dass jedes Familienmitglied seine ganz eigene Haltung dazu hat.

Dieses Buch ist eine sehr persönliche Erkundung der eigenen  Geschichte, des Umgangs mit der NS-Zeit siebzig Jahre danach – und der Frage, was Auschwitz mit jedem von uns zu tun hat. Es erscheint zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2015.

 

Philip Meinhold, 1971 in Westberlin geboren, machte eine Ausbildung zum Buchhändler, absolvierte die Berliner Journalisten-Schule und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2002 erschien sein Debütroman »Apachenfreiheit«, 2009 der Roman »Fabula rasa«. Meinhold veröffentlichte Erzählungen und Kolumnen in diversen Anthologien und erhielt verschiedene Literaturpreise und Stipendien, so etwa den Walter-Serner-Preis, den Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis und das Alfred-Döblin-Stipendium. Er lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Berlin.