Erben der Erinnerung

 

von Phillip Meinhold

Erschienen im Januar 2015 im Verbrecher Verlag

 

„Philipp Meinhold gelingt mit seiner persönlichen Schilderung etwas Erstaunliches: Sein Bericht über diese Familienreise ist ebenso privat wie allgemeingültig.“

Norbert Kron / rbb Fernsehen, Kulturmagazin Stilbruch

 

Inhalt:

Es ist ein merkwürdiger Wunsch, den Philip Meinholds siebzigjährige Mutter da äußert: Auf die Frage, was sie in ihrem Leben noch machen wolle, antwortet sie, sie würde mit ihren drei Kindern und den großen Enkeln gerne nach Auschwitz fahren.

Meinholds Mutter galt nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen als »Jüdischer Mischling zweiten Grades«, ihre Verwandten wurden deportiert. Was dem Wunsch folgt, ist die Auseinandersetzung dreier Generationen einer deutschen Familie mit dem Holocaust und ihrer  Familienvergangenheit. Die einen sehen sich selbst als  Kinder und Enkelkinder der Täter, die anderen als die der Opfer.

Dieses Buch ist eine sehr persönliche Erkundung der eigenen Geschichte, des Umgangs mit der NS-Zeit siebzig Jahre danach – und der Frage, was Auschwitz mit jedem von uns zu tun hat. Es erscheint zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2015.

 

Philip Meinhold, 1971 in Westberlin geboren, machte eine Ausbildung zum Buchhändler, absolvierte die Berliner Journalisten-Schule und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2002 erschien sein Debütroman »Apachenfreiheit«, 2009 der Roman »Fabula rasa«. Meinhold veröffentlichte Erzählungen und Kolumnen in diversen Anthologien und erhielt verschiedene Literaturpreise und Stipendien, so etwa den Walter-Serner-Preis, den Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis und das Alfred-Döblin-Stipendium. Er lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Berlin.

 

 

Pressestimmen:

„In jeder Zeile vermeidet dieses stille und präzise Buch jenen „Leerlauf der kreisrunden Phrasen“, den die Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger der deutschen Betroffenheitsrhetorik attestiert. Man sollte deshalb unbedingt lesen, was der 44-jährige Philip Meinhold hier derart unprätentiös aufgeschrieben hat.“

Marko Martin / Deutschlandradio Kultur Sendung Studio 9

 

„In seinem bemerkenswerten Text, der Familienrecherche und intellektuelle Reflektion miteinander verzahnt, lotet Meinhold aus, wie auch zukünftige Generationen Zugang zur unfassbaren Geschichte finden können, so dass der Opfern angemessen gedacht werden kann.“

WDR 3 / Mosaik – das Kulturmagazin – Philip Meinhold im Gespräch

 

„Es ist viel darüber gesprochen worden, wie die Erinnerung an den Holocaust weitergeführt werden sollte. Wie man vom „Erinnerungs-Imperativ“, den der Direktor der Gedenkstätten in Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, kritisierte, zu einer neuen, persönlichen Auseinandersetzung kommen kann, die auch die heutige Enkel- und Urenkelgeneration erreicht. Dass das funktionieren kann, dafür ist Philip Meinholds „Erben der Erinnerung“ ein beeindruckendes Beispiel.“

Jan Ehlert / NDR Kultur

 

„Sein Buch ist persönlich, im besten Sinn nüchtern und zugleich formbewusst. Und es ist am Ende weit mehr als eine vordergründige Erkundung und Recherche der eigenen Familiengeschichte, mehr als der Versuch einer Rekonstruktion der Lebenswege und Schicksale der nach Auschwitz deportierten Vorfahren. Es ist auch eine Reflexion über die Gründe für das Schweigen und das Sprechen von Opfern und Tätern und eine Erörterung über die Schwierigkeiten eines angemessenen Gedenkens in der Gegenwart.“

Thomas Blum / neues deutschland

 

„In der essayistischen Anlage des Textes gelingt es Meinhold vorgefundenes Material mit eigenen Schilderungen meisterlich zu verknüpfen. So hält Meinhold Erinnerungen wach, die er selbst schon vermittelt bekam. Das ist politisch notwendig einerseits, auf der anderen Seite ist es aber auch große Literatur.“

Jan Kuhlbrodt / FIXPOETRY

 

„Ein radikal ehrliches Buch und ein wichtiger Beitrag zur Debatte, wie wir Auschwitz heute noch erinnern können.“

Neue Westfälische

 

„Meinhold mischt Erzählung und Essay, mühelos demonstriert er, dass das Vergangene noch längst nicht vorbei ist.“

Christian Schröder / Tagesspiegel

 

„Philip Meinhold stellt bei seiner Erkundung fest, dass sich einige seiner Verwandten selbst als Kinder der Täter sehen. Andere betrachten sich dagegen als Nachkommen der Opfer. Meinhold gibt intime Einblicke in seine Familie, geht liebevoll mit seinen Verwandten um, wahrt aber die Distanz und bleibt selbstkritisch.“

Eva Prase/ Freie Presse Chemnitz

 

„»Erben der Erinnerung« ist so ein kluges, ein berührendes, ein nachgehendes Buch geworden, das zugleich tatsächlich auch spannend geschrieben ist – so wie einem auch eine gänzlich fremde Familie immer vertrauter wird und man schnell dabei ist, an seine eigenen Familienbande zu denken.“

Frank Keil / MännerWege

 

„Ein ehrliches, nachdenklich machendes Buch, das ohne Betroffenheitsphrasen auskommt.

Larissa Dämmig / ekz. bibliotheksservice