Familiengefühle. Generationengeschichte und NS-Erinnerung in den Medien

 

Sammelband, herausgegeben von Jan Süselbeck

erschienen im Feburar 2014 im Verbrecher Verlag, hier zur Leseprobe

 

Familienromane erregen Aufmerksamkeit. Sie werden in der Presse debattiert und avancieren zu preisgekrönten Bestsellern. Auch das Fernsehen folgt dem Trend. Besondere Bedeutung messen typische Plots der Rolle der NS-Verstrickung einer konstruierten ›Kriegsgeneration‹ von ›Eltern‹ oder ›Großeltern‹ zu, mit der sich deren ›Kinder‹ und ›Enkel‹ auseinandersetzen.

Warum aber entwickeln diese Geschichten eine derartige Emotionalisierungskraft, und wie wird diese ästhetisch erzeugt? Welche Gefühle genau werden durch diese Darstellungen hervorgerufen?

Dieses Buch bietet kritische Beiträge zur Emotionalisierungskunst im Roman, im Comic und im Film. Neben Werken viel gelesener Autoren wie Arno Geiger, Bernhard Schlink und Uwe Timm werden dabei auch missverstandene oder bisher kaum beachtete Texte von Gisela Elsner, Thomas Harlan und Reinhard Jirgl untersucht.

Mit Beiträgen von Ole Frahm, Andrea Geier, Sieglinde Geisel, Hans-Joachim Hahn, Konstanze Hanitzsch, Urte Helduser, Markus Joch, Christine Künzel, Matthias N. Lorenz, Jan Süselbeck und Sabrina Wagner.

 

Jan Süselbeck lehrt an der Philipps-Universität Marburg und der Universität Siegen. Er ist Redaktionsleiter der Zeitschrift literaturkritik.de. Letzte Publikation: »Im Angesicht der Grausamkeit. Emotionale Effekte literarischer und audiovisueller Kriegsdarstellungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert« (2013).

 

Pressestimmen:

„Die Essaysammlung wehrt das Bedürfnis nach Familienromanen und biografischen Annäherungen nicht ab, sie bietet anschauliche kritische Lektüren zum Umgang mit der NS-Geschichte. […] Die Antwort auf die Frage, ob die jüngere Literatur die Schuldfrage revidiert und einen deutschen Opfermythos konstruiert, ist nicht von der Generationenzugehörigkeit der Autoren abhängig, resümiert das Buch. Was zählt, ist die Haltung, mit der sie Gefühle ansprechen.“

Claudia Lenssen / Deutschlandradio Kultur

 

„Dass der Band im Verbrecher Verlag erscheint, nährt die Hoffnung, dass er auch jenseits der Uni-Bibliotheken ein Publikum findet, was ihm wie einigen der behandelten Autor_innen nur zu wünschen wäre.“

Chris W. Wilpert / testcard. beiträge zur popgeschichte

 

„Jan Süselbecks Sammelband wird der Tatsache, dass es sich bei der zeitgenössischen literarischen Bearbeitung von Krieg und NS um ein höchst brisantes und politisches Thema handelt, allerdings insofern gerecht, als dass alle Beiträge eine dezidierte Haltung zur jeweils besprochenen Literatur erkennen lassen. […] Diese Bereitschaft der Autor_innen, eindeutig Stellung zu beziehen, macht „Familiengefühle. Generationengeschichte und NS-Erinnerung in den Medien“ im Unterschied zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema zu einem politisch relevanten Beitrag.“

Michaela Hartl / kritisch-lesen.de