In den Straßen von Los Angeles

von Ry Cooder. Erzählungen, Edition Tiamat


In seinen lakonische Kriminalgeschichten erzählt der Musiker und Produzent Ry Cooder vom Leben der einfachen Leute, abseits Hollywoods – gekonnt und ein wenig ironisch, beim Lesen denkt man unwillkürlich an Raymond Chandler!

»Es gibt immer ein Hinterzimmer, eine Knarre, einen Durchgeknallten, aber es gibt auch einen unerwarteten Kumpel, ein gutes Glas, Musik, ein Gespräch. Vollkommen unangestrengt kommen diese Stories daher.« Elke Heidenreich / Welt

 

Der Übersetzer Franz Dobler stellt das Buch gerne vor, mit Songs von Ry Cooder!

 

Inhalt:

Ry Cooders Geschichten sind lakonisch und sie klingen manchmal wie ein schwermütiger Blues, in dem jedoch immer auch die komischen Seiten des Lebens, des Sex und Drugs und RockʼnRolls zum Vorschein kommen. Er erzählt auf ganz unspektakuläre Weise von mexikanischen Volksmusikern, von Parkpropheten, Hinterhofzahnärzten, Schneidern, Vertretern und Disc Jockeys und vom Leben und Sterben in den Straßen von Los Angeles in den vierziger und fünfziger Jahren.

Cooder liefert keine geschönte Postkartenansicht der Stadt und es gibt keinen Glamour und keine Hollywood-Stars. Die Protagonisten gehören zu den Vergessenen, die in keiner Chronik auftauchen, nur die Stadt erscheint in ihrer ganzen Rücksichtslosigkeit, die jeden Versuch, einigermaßen über die Runden zu kommen, zunichte macht. In den finsteren Seitengassen und Cocktailbars von Los Angeles kennt Ry Cooder sich aus. Dort sind die Arbeiter und kleinen Kriminellen zu Hause, die um ihr Überleben kämpfen. Kleine Kriminalgeschichten, in denen Ry Cooder gekonnt und ein wenig ironisch mit den Genres des Hardboiled-Krimis und des Gangsterfilms spielt.

Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Franz Dobler

 

Ry Cooder ist Gitarrist. Schon als Teenager spielte er 1967 in der Band von Captain Beefheart und wirkte auf einigen Alben der Rolling Stones mit. Außerdem ist er Sänger, Komponist und einer der bekanntesten Protagonisten der amerikanischen Rock- und Rootsmusik. Er veröffentlichte an die 30 Platten, wurde aber vor allem als Produzent bekannt durch seine Zusammenarbeit mit internationalen Musikern, vor allem mit Buena Vista Social Club. Er hat die Soundtracks für mehr als zwanzig Filme komponiert, u.a. auch für »Paris, Texas« von Wim Wenders. Dies ist seine erste Story-Sammlung. Gerade erschien auch seine neue CD »Pull Up Some Dust And Sit Down«. Ry Cooder wird am 15. März 2012 65 Jahre alt.

 

Franz Dobler ist Schriftsteller, Dichter, Journalist, DJ, Hörspielmacher und ein großer Kenner und Liebhaber von Country-Musik – er befaßt sich u.a. mit Themen aus dem Bereich Popkultur, Subkultur und Politik. Als DJ geht er nie ohne einer seiner vielen Ry Cooder-Platten aus dem Haus.

Für den Roman »Tollwut« und für »Jesse James und andere Westerngedichte« wurde ihm 1993 der Bayerische Literaturförderpreis verliehen, auch seine fabelhafte Biographie von Johnny Cash »The Beast In Me« sorgte für Aufsehen.

Weitere Veröffentlichungen u.a.: »Auf des toten Mannes Kiste – Get Country & Rhythm!« – Mit Gastbeiträgen von Eugene Chadbourne, Wiglaf Droste, Jonathan Fischer und Ed Ward, »Down in Louisiana«, »Aufräumen«, »Sprung aus den Wolken«. In der Edition Tiamat veröffentlichte er bereits »Sterne und Straßen«, zuletzt erschien von ihm »Rockʼn Roll Fever« und »Letzte Stories«.

 

 

Pressestimmen:

»Es gibt immer ein Hinterzimmer, eine Knarre, einen Durchgeknallten, aber es gibt auch einen unerwarteten Kumpel, ein gutes Glas, Musik, ein Gespräch. Vollkommen unangestrengt kommen diese Stories daher.«

Elke Heidenreich / Welt

 

»Während Joni Mitchell bunte Bilder malt, die ausschauen wie Van Gogh für Arme“, hat der nun ins Rentenalter wechselnde Gitarrist Ry Cooder ein vergleichsweise vielversprechendes Hobby gefunden, um die Zeit zwischen Blutdruckmessen und Pilleneinnahme rumzubringen. Er schreibt Kurzgeschichten. Die schickt er dann an Deutschlands größten Südstaaten-Outlaw-Dichter Franz Dobler, der sie durch sein Hard-Boiled-Übersetzungsprogramm laufen lässt.«

Karl Bruckmaier / taz

 

»Die Stories von Ry Cooder spielen zwischen 1940 und 1958, sind also das Komplementärstück zu den Alben ‚I, Flathead‘, ‚My Name ist Buddy‘ und ‚Chavez Ravine‘ – da beschwört Ry Cooder die alten Zeiten herauf, die Nachkriegsjahre, die sogenannten Silent Fifties mit Kommunistenjäger McCarthy und J. Edgar Hoover, die Jahre als man sich abends zuhause oder in den Kneipen noch vor dem Radio traf und eigentlich ständig mit einer Invasion von Ufos rechnete. (…) Wer sich einlässt auf diese Alben bekommt den Film gleich mitgeliefert und jetzt auch noch die Stories, für die deutsche Ausgabe übersetzt von Franz Dobler, der genau den Ton von Cooder trifft.«

Stephan Maelck / MDR Figaro

 

»… ‚In den Straßen von Los Angeles‘ ist weit mehr als nur beachtlich, unter den acht Kurzgeschichten sind gleich mehrere waschechte Hit-Singles vertreten. Hintereinander weggelesen ergibt sich ein Konzeptalbum über L.A. in den 1940er- und 50er-Jahren, durchaus nostalgisch inszeniert, aber zuverlässig auf Turbulenzen aus. (…) Diese Erzählungen sind aber auch mit allen Insignien der besten Hollywood Drehbücher gespickt, in gefühlt tausend Episoden wird das ganze Repertoire von prekären Verführungen, banalem Daseinskampf, raffinierten Verfolgungsjagden und todtraurigen Schlüssen abgerufen und L.A. als permanent umkämpftes Territorium beschrieben.«

Andreas Schäfler / junge Welt

 

»So wie Cooder nach etlichen Gastspielen und Soloalben und Soundtracks musikalisch nicht festzunageln ist, genauso wäre es eh zu simpel, zu sagen, er schreibt wie er spielt. Treffender wäre vielleicht: er schreibt, was er spielt. Action im Million Dollar-Kino am Broadway, Tex-Mex, das wüste, oft unverdaute Nebeneinander der normalen kleinen Zwischentöne, der Hingabe und Liebe zur Musik. In L.A., oft abseits von Mord und Totschlag.«

Matthias Penzel / CULTurMAG – Literatur, Musik & Positionen

 

(Die Geschichten) »wirken wie locker hingeworfene Gitarrenakkorde«

WoZ / Die Wochenzeitung – Schweiz