In kleinen Städten

von Frédéric Valin, Erzählungen, erschienen im Oktober 2013 im Verbrecher Verlag

 

„Fréderic Valin packt den Alltag in seinen sechs Geschichten nicht gerade mit Samthandschuhen an. […] Seine messerscharfen Beobachtungen sind gnadenlos, aber trotzdem elegant. „In kleinen Städten“ ist ein schwermütiger Genuss von vorne bis hinten.“  Nadine Kreuzahler / Radio Fritz – rbb

 

Inhalt:

Frédéric Valin schildert einen Pfleger in einer Behinderteneinrichtung, die Anforderungen der Arbeit, die nötigen Handgriffe und lässt in der Schwebe, was Routine und was Mitgefühl ist; er zeigt einen jungen Mann, der anlässlich des Selbstmordes einer alten Jugendfreundin in seine Heimatstadt zurückkehrt und feststellen muss, dass er nichts vom Leben seiner Mutter weiß und Empathie verlernt hat; einen alternden schwäbischen Oberbürgermeister, der seine Provinzstadt in neue Hände übergeben will, und im Wahlkampf für seinen designierten Nachfolger mit den neuen Medien konfrontiert wird. Er erzählt von einem armen Schlucker, der mit seiner reichen Freundin in der Vorstadt zusammen ziehen wird, aber gar nicht recht weiß, ob er die Stadtmitte eigentlich verlassen möchte und von einem Trinker, der trinkt, ohne den Rausch genießen zu können.

Frédéric Valin erzählt vom Abseitigen im Alltäglichen. Er erzählt vom Umgang mit Behinderung und Tod, Arbeit und Karrieremöglichkeiten, entfremdeten Familien und von Kompromissen, die man in der Liebe eingeht. In diesen Geschichten zeigt sich sein großes erzählerisches Vermögen: Seine genaue Beobachtungsgabe, seine Fähigkeit, diese in eine lakonische und teils melancholische, teils ironische Sprache zu übersetzen – die berührt und beeindruckt.

 

Frédéric Valin, geboren 1982 in Wangen im Allgäu, lebt seit einigen Jahren in Berlin. Dort studierte er Deutsche Literatur und Romanistik, bevor er begann, als freier Autor und Kulturveranstalter seinen Unterhalt zu verdienen. Im Verbrecher Verlag veröffentlichte Frédéric Valin 2010 den Erzählungsband „Randgruppenmitglied“.

 

Pressestimmen:

„Wieder in signalrotem Einband präsentiert der Autor neue Erzählungen aus dem Milieu der Behinderten, Vergessenen und anderen Randgruppen unserer Gesellschaft in einer unwahrscheinlich kraftvollen Sprache und in einem sehr überzeugenden Stil, teils lakonisch, teils melancholisch, aber immer an der Wurzel packend.“

Martina Freier / ekz.bibliotheksservice

 

„Die Qualität der Texte zeigt sich vielmehr in ihrer schnörkellosen und unprätentiösen Darstellung der Objekte. […] Valin erzählt seine Geschichten lakonisch und direkt, poetische Höhenflüge liegen ihm ebenso fern wie ein konstruierter Spannungsbogen. Bisweilen findet sich eine feine und gut platzierte Ironie in seinen Texten…“

Michael Kurzmeier / literaturkritik.de