Lesereise im Mai 2017: Chaim Noll in Deutschland

 

 

Der deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll wird vom 1. – 10. Mai 2017 auf Lesereise in Deutschland sein.

Zuletzt ist sein Buch „Schlaflos in Tel Aviv“ erschienen, es versammelt Erzählungen aus mehr als fünfundzwanzig Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Begebenheiten. Einmal mehr gibt Chaim Noll einen lebhaften Einblick in die israelische Gesellschaft.

Claudia Kramatsche befand im Forum Buch auf SWR 2: „Chaim Nolls Band „Schlaflos in Tel Aviv“ liefert insofern ein breit gestecktes Geschichtskaleidoskop, das Aspekte deutsch-jüdischen Lebens ebenso erhellt wie Aspekte der israelischen Gegenwart. Vor allem aber erweist sich Chaim Noll erneut als begnadeter Stilist. Man legt den Band nur ungern aus der Hand.“

Bei Interesse an einer Lesung sende ich Ihnen gerne weitere Informationen zu.

 

 

MEHR ZUM BUCH:

 

Chaim Noll: Schlaflos in Tel Aviv

Erschienen 2016 im Verbrecher Verlag, Hardcover, 248 Seiten, 21 Euro, ISBN 978-3-95732-167-1

 

»Schlaflos in Tel Aviv« versammelt Erzählungen aus mehr als fünfundzwanzig Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Begebenheiten.

Chaim Noll erzählt u.a. von einem Schuljungen in Berlin, der versucht, sich Geld für eine Fahrkarte zu erbetteln, einem jungen Israeli, der das erste Mal nach Deutschland fliegt, dem Diebstahl eines Pelzmantels, der sich Jahrzehnte später als ein Segen erweist, einem Schriftsteller, der an seinem Verlag verzweifelt und überall schwarze Hunde sieht, einer alten Dame, die trotz der Verfolgung ihrer Familie in der Stalinzeit Kommunistin geblieben ist, dem Mord an einem Ikonenhändler aus Russland, der einen Antiquitätenhändler schwer erschüttert, einem ehemaligen Minister aus Afghanistan, dem im Exil kein Neuanfang zu gelingen scheint, und dessen Sohn, der vom Krieg gezeichnet ist.

Nolls klarer Blick auf die Menschen prägt diesen Band. Zugleich spiegelt sich in den Geschichten sein bewegtes Leben in der DDR, im West-Berlin der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre und sein Leben in Israel heute.

 

„Wie stets in seinen Büchern – denen man gar nicht genug Leser wünschen kann – ist die Atmosphäre bereits in wenigen Sätzen umrissen, in treffenden Adjektiven und mit untrüglichem Rhythmusgefühl. […] Und keine dürre Konstruktion, nirgends. Es ist etwas Kraftvolles in dieser Prosa, von einem israelischen Staatsbürger auf Deutsch geschrieben, der sich wohl zeitlebens an den bohrenden Blick jener Frau in Ost-Berlin erinnern wird: Die frühe Zuweisung von Fremdheit gebiert eine Perspektive von immenser innerer Freiheit. Mehr vermag Literatur kaum zu leisten.“ Marko Martin / Jüdische Allgemeine

Eine Leseprobe finden Sie unter: http://www.verbrecherverlag.de/book/detail/817 

 

Chaim Noll wurde 1954 in Ost-Berlin geboren. Sein Vater war der Schriftsteller Dieter Noll. Er reiste 1983 nach West-Berlin aus, 1991 verließ er mit seiner Familie Deutschland und lebte in Rom. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. 1998 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland.
Veröffentlichungen, u. a.: „Der Abschied“ (1985), „Unheimliche Tage“ (1987), „Berliner Scharade“ (1987), „Der goldene Löffel“ (1989, wieder Verbrecher Verlag 2009), „Nachtgedanken über Deutschland“ (1992), „Taube und Stern. Roma Hebraica. Eine Spurensuche“ (1994), „Die Wüste lächelt“ (2001), „Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel“ (mit Lea Fleischmann, 2006). Im Verbrecher Verlag erschienen die Romane »Der Kitharaspieler« (2008), »Feuer« (2010), »Der goldene Löffel« (überarbeitete Neuausgabe, 2010), »Die Synagoge« (2014), der Erzählungsband »Kolja. Geschichten aus  Israel« (2012), der Lyrikband »Kolibri und Kampfflugzeug« (2015), »Der Schmuggel über die Zeitgrenze« (2015) und zuletzt der Erzählungsband »Schlaflos in Tel Aviv« (2016).