Mein Freund Klaus

Roman von Peter O. Chotjewitz

Neuausgabe 2014 mit einem Nachwort von Dietmar Dath, Verbrecher Verlag

 

»Peter O. Chotjewitz‘ große Roman-Biographie »Mein Freund Klaus« kämpft an altbekannten Fronten, pflegt verhärtete Freund-Feind-Schemata und ist dennoch, das ist das überraschende Resultat dieses Buches, jener wertvolle Beitrag zu der ermüdend festgefahrenen RAF-Diskussion geworden, der nicht unbedingt zu erwarten gewesen war.« (Kevin Vennemann / WDR 3)

 

Inhalt:

 

Der Brisanz des Materials entspricht die Radikalität der literarischen Mittel. In diesem Roman liegen die Fakten auf dem Tisch. Stilsicher, kühn im Aufbau und dramaturgisch modern schreibt Chotjewitz über seinen Freund Klaus Croissant.

Klaus Croissant wurde als Strafverteidiger schikaniert, als angeblicher Drahtzieher des internationalen Terrorismus verfolgt und nach der Annexion der DDR durch die Bundesrepublik 1990 wegen staatsfeindlicher Agententätigkeit abermals verurteilt.

Penibel recherchiert, detailgetreu und in kühler Sprache erzählt, steht der Roman in einer Linie mit Chotjewitz’ skandalumwitterten Romanfragment über die RAF aus dem Jahr 1978 („Die Herren des Morgengrauens“). Von 1931 bis 2002 reicht der beklemmende Bilderbogen dieser deutschen Unrechtsgeschichte. Jeder Rechtsspruch ein Rechtsbruch.

 

Peter O. Chotjewitz wurde am 14.6.1934 in Berlin geboren. Nach dem Krieg Übersiedlung nach Nordhessen; dort Realgymnasium, dann Malerlehre bei seinem Vater. Später Jurastudium in Frankfurt/Main und München, Publizistik, Philosophie und neue Geschichte an der FU Westberlin. Zweite juristische Staatsprüfung 1965, seitdem als freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer und Jurist tätig. Chotjewitz starb am 15.12.2010 in Stuttgart.
Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: »Hommage à Frantek«, Roman (1965), »Die Insel«, Roman (1968), »Der dreißigjährige Friede«, Roman (1977); »Die Herren des Morgengrauens«, Roman (1978); »Das Wespennest«, Roman (1999), »Der Fall Hypathia«, Sachbuch (2002); »Machiavellis letzter Brief«, Roman (2003); »Alles über Leonardo« (2005). Außerdem zahlreiche Übersetzungen aus dem Italienischen, u.a. Bücher von Dario Fo, Nani Ballestrini und Giuseppe Fava.
Im Verbrecher Verlag erschienen die Bände: »Saumlos«, Roman; »Urlaub auf dem Land«, Erzählung; »Mein Freund Klaus«, Roman, die vierbändige Reihe »Fast letzte Erzählungen« und posthum der Gedichtband »Tief ausatmen«.

 

Pressestimmen:

 

„Dath schreibt zu „Mein Freund Klaus“: „Das Buch ist ein spätes und großes Hauptwerk dieses Schriftstellers.“ Dieser Einschätzung kann man sich anschließen. „Mein Freund Klaus“ ist als alternatives Geschichtsbuch eine Pflichtlektüre.“ (Erhard Jöst / literaturkritik.de)

 

„Das Buch „Mein Freund Klaus“ ist spannend. Zumal für Leser, für die diese Phase erlebte Zeitgeschichte ist. Die Meisten haben damals von „draußen“ beobachtet, Chotjewitz schreibt von „drinnen“, als Insider. Spannend ist es aber auch wegen der gewählten Form: Mal die Wiedergabe der Gespräche, mal der Reportage-Stil, mal unterschiedliche Erzähl-Formen.“ (Waltraut Worthmann-von Rode / HR 2)

 

„Chotjewitz ist es meisterhaft gelungen, die verschiedensten Facetten eines reichen und bewegten Lebens darzustellen.“ (Peter Nowak / Neues Deutschland)

 

„Mit „Mein Freund Klaus“ hat Chotjewitz nicht nur einen ästhetisch avancierten Roman vorgelegt, sondern auch eines der raren Bücher zum Thema 68 ff., die im Regal zu haben lohnt. […] Daß man über die RAF kitschfrei sprechen kann, ohne zu verschweigen, daß eine „Hanns-Martin-Schleyer-Halle“ etwas „Groteskes“ […] ist, lohnt sich anzuhören.“ (Ambros Waibel / Junge Welt)

 

„Der scheinbar fragmentarische Roman ist […] hervorragend komponiert.“ (Franka Nagel / zitty)

 

„Auf 570 Seiten entsteht […] ein Sittenbild der Bundesrepublik, das weit ausholt, und in dem alle erzählerischen Tugenden des Peter O. Chotjewitz anklingen, von den experimentellen Texten der Sechzigerjahre […] über seine späteren dokumentarischen, regionalhistorischen Arbeiten […] bis zu den süffisanten Satiren […].“  (Georg Oswald / wespennest)

 

„Wer so behutsam wie Chotjewitz zu Wörtern ist, kann sich’s erlauben, nicht jedem Modegeschwätz hinterherzuhecheln. […] Chotjewitz hat das Gelächter Dario Fos, lange bevor dieser den Nobelpreis erhielt, nach Deutschland geschmuggelt.“ (Stefan Gleser / Saarkurier)

 

„Chotjewitz, in den 1960ern als Avantgarde-Literat gefeiert, führt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der radikalen Linken, der RAF und der Gewalt des Staates nicht nur politisch, sondern auch in der literarischen Form jenseits des Mainstream. […] Nur Chotjewitz konnte in dieser Form diesen Roman schreiben.“ (Ingo Stützle / analyse & kritik)