Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol

 

Kreuzberger Szenen, Suhrkamp Verlag, 2013 (Erstveröffentlichung Edtion Tiamat, 2011)

 

»Geniale Schnipsel: Klaus Bittermann ist auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Sonst hätte er nicht dieses wunderbare Buch verfasst. (…)  Geschrieben mit der phänomenologischen Beiläufigkeit und dem trockenen Humor, die der deutschen Literatur so oft fehlen.« Ursula März / Die ZEIT

 

Inhalt:

Der Berliner Verleger und Autor Klaus Bittermann lebt seit über dreißig Jahren in Kreuzberg, genauer im sog. »Graefekiez« ziemlich nahe der Admiralbrücke, die bereits für Schlagzeilen in der nationalen und internationalen Presse gesorgt hat, weil junge Menschen und Touristen im Sommer sich dort niederlassen. Wo Anfang der achtziger Jahre ein düsteres Viertel war, ist jetzt viel Leben. Überall sprießen Restaurants, Bars, Spätkaufs, Bio- und Weinläden und Eisdielen aus dem Boden. Das Viertel erfreut sich großer Beliebtheit. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Sogar der Spiegel brachte eine große Geschichte über »Die überreizte Stadt«.

Klaus Bittermann entfaltet in kleinen, witzigen Anekdoten, die sich zu einem Ganzen fügen, ein Panorama dieser Gentrifizierung, erzählt vom neuen alternativen Mittelstand, von den Billigtouristen und den Randfiguren, den Pennern, Alkoholikern und Außenseitern, die langsam verschwinden.

 

Klaus Bittermann, geboren 1952 in Kulmbach, ist Autor und Verleger. Schon während seines Studiums der Philosophie, Soziologie und Politologie war er als Buchproduzent tätig. Er gab zunächst anonym nicht lizenzierte Nachdrucke libertärer „Klassiker” heraus, z. B. Étienne de La Boéties Schrift „Von der freiwilligen Knechtschaft“. Seit 1979 betreibt er, nach Aufgabe des Studiums, den Verlag Edition Tiamat, zunächst in Nürnberg, ab 1981 in Berlin. Er schreibt u.a. für die taz, die Junge Welt und das „Kritische Tagebuch“ des WDR. Bittermann lebt und arbeitet in Berlin. Er ist Herausgeber zahlreicher Anthologien, u.a. des Who’s who peinlicher Personen. Unter dem Pseudonym Artur Cravan schrieb er eine Berlin-Krimi-Trilogie. Zuletzt veröffentlichte er »The Crazy Never Die. Amerikanische Rebellen in der populären Kultur« (2011) und  „Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol“ (2011).

 

Pressestimmen:

»Klaus Bittermann, der Doyen der Kreuzberger Literatur, bewahrt sich einen stoischen Tonfall in der niederen Frequenz des Hard-boiled-Romans von Raymond Chandler. Schön zu lesen ist das und gar nicht unkomisch, vor allem wenn Bittermann seinen Kiez verlässt und durch eine Unibesetzung spaziert, weil da Toni Negri auftreten soll: Urgestein trifft Occupy.«

Gustav Seibt / Süddeutsche Zeitung

»Das Buch macht Freude.«

Edo Reents / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Mit zartfühlendem Sarkasmus, lakonisch, doch scharfen Blickes seziert Klaus Bittermann das einstige Randfiguren-Idyll des Graefekiez.«

Choices

»Klaus Bittermann hat das Beamen neu erfunden: nach einem halben Satz beginnt man zu flirren und nach zweimal umblättern klappt man das Büchlein zu und schielt übern Kottbusser Damm. Ist das nicht Bittermann davorn? Und warum hat er so einen unpassenden Künstlernamen?«

Friedrich Küppersbusch

»Was vor lauter Szeneschnöseligkeit verloren zu gehen droht, hält Klaus Bittermann fest. … Der Band hat einen ganz eigenen, ebenso unterhaltsamen wie nützlichen Hintergrund.«

Christoph Wenzel / Welt kompakt

»Wohl niemand ist mehr befugt ein Buch über Kreuzberg zu schreiben als Klaus Bittermann. Es ist lobenswert, dass er nun endlich mal eins fertiggemacht hat. Sehr schönes Buch, nix zu meckern, sondern im Gegenteil, richtig gut.«

Horst Evers

»Astrein.«

Frank Goosen

»Sehr amüsant.«

Matthias Matussek

»Brutal gut. Auf nach Kreuzberg.«

Carl Weissner

»Mal allgemein verständlich salopp, mal sprachlich geschliffen, und immer wieder tiefstes „Balliner“-Sprech als Dialoge und Zitate einpflegend, mäandert der Autor durch seinen Kiez, wobei er uns auf 191 Seiten in eine Welt mitnimmt, die schon auf Grund ihrer sozio-demographischen und städtebaulichen Mischung komplett unter Arten- und Denkmalschutz gestellt gehört.«

Uwe Goerlitz / GeoWis-Online Magazin

»Klaus Bittermanns neues Büchlein ist nicht mehr und nicht weniger als ein Ereignis! Feine, wahrhaftige, lakonische und sensationell beobachtete Szenen und Miniaturen hat er zusammengetragen über den Graefe-Kiez, über Berlin, über die Welt. Das Abseits ist es, das ihn interessiert, nicht die glänzenden Fassaden, die Hinterhöfe, der Rand, die skurrilen Typen, die Trinker, die von der Modernisierung Abgehängten… Wie genau das ist, wie schön, wie komisch, wie wunderbar – die kleine Form als ganz große Literatur.«

Jess Jochimsen