Stiftung Buchkunst prämiert „Kolokolamsk“


 

Die Stiftung Buchkunst hat „Kolokolamsk“ von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow zu einem der »Schönsten deutschen Bücher« 2016 gekürt!

 

Die prämierten Bücher sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung und zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten. Sie setzen Zeichen und zeigen wichtige Trends und Strömungen der deutschen Buchproduktion.

Erst letztes Jahr erhielt die Andere Bibliothek für Michael Glawoggers „69 Hotelzimmer“ den „Preis der Stiftung“. Wir gratulieren den Gestaltern Alexandra Kardinar und Volker Schlecht von Drushba Pankow herzlich.

Dem Wahnwitz des Sowjetreichs sind Ilf und Petrow mit parodierender Ironie, subversivem Sprachwitz und erbarmungsloser Komik begegnet –  „Kolokolamsk“ ist auch inhaltlich ein herrliches Buch!

 

Die Begründung der Jury zur Prämierung von „Kolokolamsk“:

„Unendlich windet die Treppenspirale sich wie eine dadistische DNA um die Kartonbinde.
Da geht es auf und ab auf beiden Seiten der Stufen; die nach links geneigten Titelversalien weben sich schräg in die Betonkonstruktion des Trugbildes. Auf dem Buchrücken schwingen sich in einer Variante dieser Fortschrittsdegression Turnerinnen im nostalgischen Leibchen hingegen auf einer Leiter empor.
Farbigkeit, Typografie und Stil der Collage koordinieren die Assoziationen: Konstruktivismus, Sowjetunion, zwanziger Jahre, Avantgarde.

Im Buch sind vier skurrile, satirische Geschichten des russischen Autorenduos versammelt. Großzügige Trennseiten leiten die Geschichten mit doppelseitigen dadaistisch-konstruktivistischen Montagen ein. Sie sind so stark und plakativ, dass sie weit in die schlanken Textseiten mit dem klassischen Satzspiegel hineinwirken. Dieser visuelle Nachklang wird durch ein Kleinigkeit im Textinneren immer wieder befeuert. Die Zwischenüberschriften nämlich, schwarz und rot, sind als typografische Vignetten aufgefasst und mit der nach links geschieften Initiale auf nach unten geneigter Schriftlinie so kombiniert, dass sich quasi winzige perspektivische Installationen ergeben. Das ist sinnvoller Buchschmuck, das sind beflügelnde Bildzutaten, das ist ein schönes Buch.“

 

Auch für den German Design Award 2017 wurden zwei Bücher der Anderen Bibliothek nominiert: „Lotte meine Lotte. Die Briefe von Goethe an Charlotte von Stein“ und „Tausend und ein Tag. Morgenländische Erzählungen“.

 

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