„Über uns der Schaum“ von Hendrik Otremba

 

 

Über uns der Schaum

Hendrik Otremba: „Über uns der Schaum“

Roman, erschienen März 2017 im Verbrecher Verlag

Hardcover, 280 Seiten,  22 Euro, ISBN 978-3-95732-234-0

 

Der drogenabhängige Detektiv Joseph Weynberg trauert um seine Liebe – Hedy. Sie ist tot. Er bekommt den Auftrag, eine Frau, Maude Anandin, zu beschatten. Diese Femme Fatale ähnelt Hedy wie ein Klon. Weynberg entwickelt eine Obsession für Maude, die in Schwierigkeiten steckt und in ihrem exzessiven Leben dem Tod immer näher kommt. Menschen sterben. Weynberg ist unbeabsichtigt in diese Tode verstrickt.

Maude und Weynberg müssen aus ihrer namenlosen Heimatstadt fliehen, die sie noch nie zuvor verlassen haben. Sie wollen nach Neu-Qingdao, einer Stadt weit im Osten, von der sie sich Zuflucht und Perspektive versprechen. In von Menschen verlassenen Gegenden finden sie Schönheit, stolpern in surreale Szenarien, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Die Flucht fordert ihren Tribut. Sie werden schwächer, ihre Lage hoffnungsloser, schließlich aber erreichen sie mit letzter Kraft die verheißungsvolle Stadt. Doch ihre Verfolger sind ihnen auf den Fersen …

„Über uns der Schaum“ erzählt die Geschichte zweier verlorener Menschen, die in einer düsteren Zeit ums Überleben kämpfen müssen. Der Regen ist sauer, die Gesellschaft verroht – bei genauerem Blick wird klar: diese Welt ist unserer Gegenwart gefährlich nah.

Kulturnews hat den Roman für die Bestenliste 2017 nominiert, abstimmen können Sie hier. Auf Deutschlandradio Kultur gab es bereits vor Erscheinen zwei Beiträge zum Buch, ein Interview mit Romanauszug und ein Interview ohne.

 

Hendrik Otremba steht gerne für Lesungen zur Verfügung, alleine oder mit musikalischer Begleitung durch den Noisekünstler Raune:

Mit eindringlicher Stimme, in vielen lauten Jahren geschult in seiner Rolle als Sänger der Gruppe Messer, führt uns Hendrik Otremba in eine verlorene Welt. Der Autor betritt diesen Raum nicht allein: Der Noisekünstler Raune hat einen Score geschaffen, der das Erlebnis atmosphärisch noch verdichtet, ihm eine performative Färbung verleiht, die erschaffene Welt für das Publikum weiter öffnet. Wandelt Otrembas Geschichte durch tote Städte, unheimliche Dörfer und karge Landstriche, so finden sich diese Motive auch in den Soundwelten Raunes wieder, pointieren die Erzählung, verstärken ihren Sog. So verschmelzen die Ebenen von Literatur, Musik und Performance, um ein Szenario zu zeichnen, in dem die Zuhörer für eine Zeit verschwinden. Bei Interesse sende ich Ihnen gerne weitere Informationen zu.

 

Hendrik Otremba wurde 1984 im Ruhrgebiet geboren und lebt heute in Berlin. Er ist Autor, bildender Künster und Sänger der Gruppe Messer, außerdem arbeitet er als Dozent und Kurator. Als freier Journalist schreibt er für Spex und andere Formate über Musik. Seine Malereien werden als Plattencover und in verschiedenen Magazinen veröffentlicht und ausgestellt. Mit Messer hat er bisher drei vielbeachtete Alben rausgebracht, zuletzt 2016 »Jalousie«. Im März 2017 ist sein Debütroman »Über uns der Schaum« erschienen. Hier ein Feature über die Bands Messer, Die Nerven und Drangsal auf Deutschlandfunk mit Interviews und viel Musik.

 

Pressestimmen:

Otrembas Roman beginnt als Detektivgeschichte, aus der im Laufe der Erzählung fast schleichend eine surreale Road Novel wird. Gekonnt changiert er zwischen verschiedenen Schreibweisen. […] Ebenso auffällig ist die Detailfreude und -genauigkeit. Besonders im ersten Teil hat man die Handlungsorte, auch dank sehr bildlicher Beschreibungen, gut vor Augen.“ Jens Uthoff / taz

 

„Hendrik Otremba hat hier einen richtig guten, literarisch auch wirklich anspruchsvollen Roman geschrieben, halb Krimi, halb surreale Dystopie. […] Und es ist gleichzeitig eine Art Besuch in einem faszinierenden Zwischenreich, irgendwo zwischen Traum und Realität, das einen mit einer ungeheuren Spannung und einem riesengroßen Sog einnimmt und dann ganz benommen wieder auftauchen lässt nach diesen doch sehr rasanten 280 Seiten. [… Hendrik Otremba] entwirft eine Landschaft, die genauso faszinierend wie bedrohlich aufgebaut ist, sicher kein Feelgood-Roman, aber einer, der einen ganz lange nicht mehr loslässt.“
Gesa Ufer / radio eins vom rbb

 

„Das Trägermaterial Kriminalroman ist hier Boden für sprachliches Experiment und dunkle Existenzphilosophie. Sex, Gewalt, Angst, Schmerz, Perversion und das große Versprechen vom Glück der Liebe. Immer wieder mit giftigem Witz gewürzt, meist jedoch erschütternd. Es ist ein kompliziertes Leben – es kann nicht gut gehen, wir wissen es.“ Philipp L’heritier / fm4

 

„Der dichtende Detektiv ist nicht mit dem schreibenden Musiker identisch. Otremba, der auch als bildender Künstler einen Hang zu abgründigen Figuren hat, zeigt mit seiner Kunst in erster Linie, wie sich Wort, Bild und Klang ergänzen können. In allen drei Künsten gelingen ihm fesselnde Werke. Auch aus diesen 280 Seiten Prosa kann man sich schwer wieder befreien – aber das ist der Preis für so ein aufregendes Romandebüt.“ Diviam Hoffmann / Deutschlandfunk – Corso

 

„Es entwickelt sich ein Roadtrip der Sonderklasse, ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen verwilderten Straßenzügen, mystischen Quellen aus Bracklagunen und dem heiligen Ziel: die Stadt Neu-Qingdao. […] Es wird geballert und geprügelt, geschockt und verraten. Und trotzdem entfaltet die Geschichte einen Kosmos, der durch seine Fragilität an Planet Magnon von Leif Randt erinnert und dabei unsere Vorstellungen von Apokalypse dekonstruiert.“ Jason Bartsch / Spex

 

„Wie bei seinen Songtexten wird es sprachlich interessant, wenn Otrembra für die Selbstanalysen seines Detektivs zu großen poetischen Bildern greift. […] Doch ob Messer-Fan oder nicht: Der Roman funktioniert auch für sich alleine und breitet seine Spannung wie ein Schwelbrand aus.“ [030] – Stadtmagazin Berlin

 

In diesem pre-apokalyptischen Flair bewegen sich die Protagonisten durch eine Neo-Noir-Geschichte, die einerseits ganz klassisch daherkommt und andererseits noch nie so dagewesen ist. […] Kaufen Sie dieses Buch! Es macht Sie um einige Abgründe reicher! DREITAGEWOCHE