Wie wird man Dadaist? Bock liest Ball

 

Eine Leseperformance von Thilo Bock

 

100 Jahre DADA! Am 5. Februar 1916 eröffneten Emmy Hennings und Hugo Ball das Cabaret Voltaire.

Thilo Bock erzählt, wie es soweit kommen konnte, dass Hugo Ball zusammen mit Emmy Hennings in Zürich das Cabaret Voltaire eröffnet hat. Dazu liest er Gedichte, Pamphlete und Berichte von Ball und dessen Mitstreitern Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Hans Arp.

Außerdem trägt er die schönsten Fußnoten aus seinem soeben im Verbrecher Verlag veröffentlichten Buch über Ball und die literarische Bühne vor und verrät, wieso Lenin in der gleichen Straße wohnen konnte, ohne nie etwas von dem dadaistischen Lärm zu hören.

Das Buch „»Eine lebendige Zeitschrift gewissermaassen.« Hugo Ball und die literarische Bühne“ von Thilo Bock ist soeben erschienen, siehe unten.

 

Bei Interesse an dieser wirklich mitreißenden Leseperformance sende ich Ihnen gerne weitere Informationen zu.

 

 

»Eine lebendige Zeitschrift gewissermaassen.« Hugo Ball und die literarische Bühne

 

Thilo Bock: »Eine lebendige Zeitschrift gewissermaassen.«

Hugo Ball und die literarische Bühne

Verbrecher Verlag, 2016, 280 Seiten, Broschur, Grossformat, Preis: 38,00 €, ISBN: 9783957321718

 

»Seien wir neu und erfinderisch von Grund aus. Dichten wir das Leben täglich um.« (Hugo Ball, 12. März 1916)

 

In seiner künstlerischen Biographie des jungen Hugo Ball zeichnet Thilo Bock den Werdegang eines radikalen Avantgardisten nach.

1916 begann im Zürcher Amüsierviertel eine Revolution. Doch nicht Lenin, der in der gleichen Straße auf seine Zeit wartete, sondern eine Gruppe junger Künstler aus halb Europa schlug im Hinterzimmer einer Bierwirtschaft auf die Pauke der Avantgarde. Unter ihnen Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Hans Arp. Eingeladen hatten Emmy Hennings und Hugo Ball. Sie Sängerin und Muse der Schwabinger Vorkriegsboheme, er ehemaliger Dramaturg an den Münchner Kammerspielen und aufstrebender Dichter.

Das am 5. Februar 1916 eröffnete Cabaret Voltaire wurde in den fünf Monaten seines Bestehens zu einem Hotspot der Avantgarde. Hier entstand inmitten des Ersten Weltkrieges Dada und mit ihm die stilprägenden literarischen Innovationen, die den Gattungsfundus der dadaistischen Literatur ausmachten. Fundiert und unterhaltsam rekonstruiert Thilo Bock diese Konsolidierungsphase und erzählt auch von Balls persönlichem Scheitern als Bischof im Glanzpapierkostüm.

 

„Bock ist mit der Rekonstruktion dieser Zusammenhänge, die zum „Augenblick, da Dada da war“ führten, ein kluges Buch gelungen, das eine interessante Lektüre für jeden bietet, der verstehen möchte, was sich vor 100 Jahren in der Zürcher Spiegelgasse ereignete.“

Johannes Schmidt / literaturkritik.de

 

Thilo Bock wurde 1973 in Berlin geboren und lebt dort bis heute. Er hat Neuere Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaften an der TU Berlin studiert. Das nun erscheinende Buch ist zugleich seine Dissertation. Die literarische Bühne kennt er als langjähriger Aktivist der Berliner Lesebühnenszene. Zudem hat er drei Romane und zwei Erzählbände veröffentlicht. Zuletzt erschien sein Freiluftroman „Tempelhofer Feld“ (2014).